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Ratgeber

Tageslichtlampen – Eine Anleitung zur richtigen Auswahl und Anwendung

Veröffentlicht: 03.05.2023

Kurz erklärt

Tageslichtlampen, auch als Lichttherapie- oder Vollspektrumlampen bekannt, sind spezielle Lampen, die das natürliche Tageslicht imitieren. Sie werden häufig zur Behandlung von saisonaler affektiver Störung (SAD), Jetlag, Schlafstörungen und anderen Beschwerden eingesetzt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Tageslichtlampen funktionieren, welche Vorteile sie bieten, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie die Lampen richtig einsetzen.

Frau sitzt im abgedunkelten Zimmer neben einer großen runden Tageslichtlampe, die auf einem Hocker am Fenster steht

Wie funktionieren Tageslichtlampen?

Tageslichtlampen erzeugen ein Lichtspektrum, das dem natürlichen Tageslicht sehr ähnlich ist. Sie haben eine hohe Farbtemperatur von etwa 5.000 bis 6.500 Kelvin und einen hohen Farbwiedergabeindex (CRI) von über 90. Dadurch kann das Licht von Tageslichtlampen das menschliche Auge täuschen und das Gefühl von natürlichem Tageslicht vermitteln.

Welche Vorteile bieten Tageslichtlampen?

Tageslichtlampen bieten verschiedene Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden:

Verbesserung der Stimmung:

Tageslichtlampen können bei Menschen mit saisonaler affektiver Störung (SAD) oder anderen Formen von Depressionen helfen, die Stimmung zu verbessern.

Regulierung des Schlaf-Wach-Rhythmus:

Die Verwendung von Tageslichtlampen kann dazu beitragen, den zirkadianen Rhythmus zu regulieren und Schlafstörungen wie Jetlag oder Schichtarbeit-bedingte Schlafprobleme zu lindern.

Steigerung der Produktivität:

Tageslichtlampen können die Konzentration und geistige Leistungsfähigkeit verbessern, indem sie das natürliche Tageslicht imitieren und damit die Arbeits- oder Lernumgebung optimieren.

Verbesserung der Sehqualität:

Das Licht von Tageslichtlampen hat eine hohe Farbwiedergabe und kann somit das Erkennen von Farben und Details erleichtern, was besonders beim Lesen, Arbeiten am Computer oder bei handwerklichen Tätigkeiten von Vorteil ist.
Worauf sollte man bei der Auswahl einer Tageslichtlampe achten?
Bei der Auswahl einer Tageslichtlampe sollten Sie auf folgende Punkte achten:

Lichtintensität:

Die Lichtintensität, gemessen in Lux, sollte mindestens 2.500 Lux betragen, um therapeutische Wirkungen zu erzielen. Für die Behandlung von SAD wird häufig eine Lichtintensität von 10.000 Lux empfohlen.
Farbtemperatur und Farbwiedergabeindex: Eine hohe Farbtemperatur (5.000 bis 6.500 Kelvin) und ein hoher Farbwiedergabeindex (CRI) von über 90 sind wichtig, um das natürliche Tageslicht optimal zu imitieren.

Größe und Design:

Die Größe und das Design der Lampe sollten Ihren Bedürfnissen und Ihrem persönlichen Geschmack entsprechen. Tageslichtlampen gibt es in verschiedenen Formen und Größen, von Schreibtischlampen bis hin zu Steh- oder Hängeleuchten.

UV-Schutz:

Tageslichtlampen sollten einen UV-Filter oder eine UV-Schutzbeschichtung haben, um die Augen vor schädlicher ultravioletter Strahlung zu schützen

.
Zertifizierungen und Qualitätsstandards:

Achten Sie darauf, dass die Lampe entsprechende Zertifizierungen und Qualitätsstandards erfüllt, um sicherzustellen, dass sie effektiv und sicher ist.

Wie setzt man eine Tageslichtlampe richtig ein?

Um die Vorteile einer Tageslichtlampe optimal zu nutzen, sollten Sie folgende Tipps beachten:

Positionierung:

Platzieren Sie die Tageslichtlampe so, dass das Licht indirekt in Ihre Augen fällt, ohne dass Sie direkt in die Lampe schauen müssen. Eine Entfernung von etwa 50-60 cm ist in der Regel angemessen.

Dauer der Anwendung:

Die empfohlene Anwendungsdauer variiert je nach Lichtintensität und individuellen Bedürfnissen. Bei einer Lichtintensität von 10.000 Lux beträgt die empfohlene Anwendungsdauer in der Regel 30 Minuten pro Tag, während bei einer Intensität von 2.500 Lux eine Anwendungsdauer von 2 Stunden oder mehr erforderlich sein kann.

Tageszeit:

Die beste Zeit für die Anwendung einer Tageslichtlampe ist in den Morgenstunden, um den natürlichen Tageslichtzyklus zu unterstützen und den zirkadianen Rhythmus zu regulieren. Vermeiden Sie die Anwendung am späten Abend, um Schlafstörungen vorzubeugen.

Regelmäßigkeit:

Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie die Tageslichtlampe täglich und konsequent anwenden.

Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken?

Die Verwendung von Tageslichtlampen ist im Allgemeinen sicher und gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind selten und in der Regel mild, wie zum Beispiel:

  • Kopfschmerzen
  • Augenreizungen
  • Müdigkeit oder Unruhe

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, können Sie die Anwendungsdauer reduzieren oder die Entfernung zur Lampe vergrößern. Konsultieren Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder einen Lichttherapie-Experten.

Fazit

Tageslichtlampen sind eine effektive Möglichkeit, das natürliche Tageslicht zu imitieren und zahlreiche Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu bieten. Achten Sie bei der Auswahl einer Tageslichtlampe auf Lichtintensität, Farbtemperatur, CRI, Größe und Design sowie UV-Schutz und Qualitätsstandards.

Um die Lampen richtig einzusetzen, sollten Sie sie indirekt positionieren, die empfohlene Anwendungsdauer und Tageszeit beachten und die Lampen regelmäßig nutzen. Obwohl Nebenwirkungen selten sind, sollten Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt oder einen Lichttherapie-Experten konsultieren.

Insgesamt können Tageslichtlampen eine effektive und sichere Alternative sein, um den Körper bei der Regulierung des zirkadianen Rhythmus und der Verbesserung von Stimmung, Schlaf und Produktivität zu unterstützen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie lange sollte man eine Tageslichtlampe pro Tag benutzen?

Die Dauer hängt an der Lichtstärke: Bei 10.000 Lux sind rund 30 Minuten täglich üblich, bei 5.000 Lux etwa eine Stunde, bei 2.500 Lux etwa zwei Stunden. Maßgeblich ist immer die Angabe des Herstellers zum konkreten Gerät.

Sollen die Augen offen oder geschlossen sein?

Offen — das Licht wird über die Netzhaut aufgenommen. Direktes Hineinstarren ist weder nötig noch sinnvoll; Lesen, Frühstücken oder Arbeiten vor dem Gerät ist möglich. Entscheidend ist nur, dass das Licht die Augen überhaupt erreicht.

Zu welcher Tageszeit wendet man die Lampe an?

Üblicherweise am Morgen, weil helles Licht mit hohem Blauanteil anregend wirkt und den Tag-Nacht-Rhythmus stützt. Bei Ein- und Durchschlafproblemen richtet sich der Zeitpunkt danach, ob man zu früh oder zu spät einschläft.

Darf man eine Tageslichtlampe abends benutzen?

Besser nicht. Tageslichtweißes Licht kann das Einschlafen erschweren, weil es dem Körper Tag signalisiert. Für die Stunden vor dem Zubettgehen ist warmweißes Licht geeigneter. Eine Ausnahme sind gezielte Anwendungen bei zu frühem Einschlafen.

Welcher Abstand ist richtig?

Der vom Hersteller angegebene — je nach Gerät zwischen etwa 15 und 80 Zentimetern. Die Lichtstärke nimmt mit der Entfernung deutlich ab, deshalb gilt die angegebene Lux-Zahl nur in diesem Abstand. Doppelte Entfernung bedeutet grob ein Viertel der Lichtmenge.

Wie schnell macht sich eine Wirkung bemerkbar?

Kurzfristig gar nicht: Ein einzelner kurzer Lichtreiz beeinflusst den Biorhythmus nicht. Bei regelmäßiger morgendlicher Anwendung berichten Anwender meist nach etwa zwei bis drei Wochen von einer Veränderung. Bleiben Beschwerden bestehen, ist ärztlicher Rat angezeigt.